Patchwork-Arbeit

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Wir wollen besser patchworken – und nehmen dich mit auf die Reise. Hier findest du regelmäßige Berichte von uns, und Unterhaltungen darüber, in denen wir noch tiefer gehen:

Hör auf dein Herz Boom Boom. Oder auch: Endlich.

 
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Hach. Hach. Auch wenn ich schon wieder spät dran bin, auf diesen Tagebucheintrag habe ich mich richtig gefreut. Denn nach den zähen und anstrengenden Wintermonaten, ist seit ein paar Wochen endlich wieder alles gut. Mit dem Frühling kam die Wende.

Die letzten Wochen waren auch voll und ereignisreich, aber eben auf die gute Art. Ich habe Entscheidungen getroffen, Dinge geändert und wieder mehr gepatchworked. Und alles fühlt sich wieder „richtiger“ an, mehr nach mir und uns.

„Ich möchte alle Tipps, die ich hier aufgeschrieben habe, umsetzen. Ich will mich ausruhen und Kraft tanken.  Ich nehme mir vor, einen ganz neuen konkreten Patchwork-Plan für meine Arbeit zu basteln.“ – Das habe ich mir in meinem letzten Tagebucheintrag vorgenommen. Und was soll ich sagen? Es hat tatsächlich funktioniert.

„jetzt von oben auch wieder mehr übersicht haben.
dinge verschieben, aussortieren, klarer werden.
viele kleine berge, momente, pläne. alles in einer reihe. und dann weiß man wieder, was gut und schlecht ist. falsch und richtig.
listen schreiben, häkchen machen, "es geht mir gut" sagen.
und es auch so meinen.“
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Wenn du dich selber suchst,
hör auf dein Herz Boom, Boom.

Ja, das hört sich nach Kalenderspruch an. Und gleichzeitig auch ganz banal. Ich muss dabei immer an das Lied von Clueso denken.

Auf sein Herz hören. Du kannst es auch Bauch nennen. Gefühl. Intuition. Ist mir egal.

Aber so banal ist es gar nicht. Wir nehmen es nämlich im Alltag oft nicht wahr, oder ernst. Wir hören es (oder uns) nicht. Oder entscheiden uns bewusst dagegen. Aus Vernunft oder „weil man dieses und jenes halt so macht“.

Ich habe mir Ende März eine Mini-Auszeit genommen und war ganz allein Zuhause. Nur ich und mein Herz und ganz viel Platz. Das war schön und komisch. Intensiv und anstrengend. Gut und erleichternd. Außen so still und innen so laut.

Und tatsächlich habe ich danach wieder etwas deutlicher gesehen und gespürt, was ich eigentlich will. Was mir wichtig ist. Und warum ich das hier alles eigentlich mache. Weshalb ich patchworke.
Ich wollte und will selbstbestimmt leben und arbeiten. Ich will Platz haben für alle Momente, alle Seiten. Ich will über meine Zeit bestimmen. Will entscheiden können, für was ich arbeite. Für wen.

Ich will meine Ideen umsetzen, meine Formate entwickeln. Will Tagebucheinträge schreibe, die nach mir klingen und dabei keinen einzigen Gedanken an SEO verlieren. Ich will mit Menschen arbeiten, die mich begeistern und völlig unvernünftig Dinge absagen können. Meine Arbeit. Meine Freiheit. Wie dankbar ich dafür bin.

Aber manchmal geht alles so schnell und dann reagiert man plötzlich nur noch. Man schaut sich um, sieht sich im Spiegel und fragt sich, wer dieser Mensch da eigentlich ist.
So habe ich mich Anfang des Jahres gefühlt und alles hat gezwickt und gezwackt und wollte nicht richtig passen. Ich bin nur noch gerannt und gehetzt und habe in den kurzen Verschnaufpausen gemerkt, dass es mir eigentlich nicht so wirklich gut geht.

Seit meiner kleinen Auszeit, haben sich ein paar kleine Dinge geändert und die haben dazu geführt, dass sich noch mehr geändert hat und noch mehr...

Ich habe auf mein Herz gehört und die Stunden in meiner Festanstellung wieder etwas gekürzt und arbeite seit Anfang Mai wöchentlich zwei Stunden weniger. Das ist nicht wahnsinnig viel, es führt aber dazu, dass ich im Alltag mehr Zeit für Pausen haben und auch mehr Zeit für meine Projekte. Außerdem war es für mich unglaublich wichtig, das Thema anzusprechen und darum zu bitten. 

Außerdem habe ich in den letzten Wochen immer mal wieder Social Media Pausen eingelegt und das hat mir wahnsinnig gut getan. Ich habe getrödelt und Dinge verschoben und hatte überhaupt kein schlechtes Gewissen dabei. Ich habe ganz viel Zeit draußen verbracht, habe Pflanzen eingegraben und Kräuter gepflückt. Und ich habe vier ganz tolle Bücher in kürzester Zeit verschlungen. Ich habe wieder mehr gekocht und ein paar verrückte und noch geheime Pläne für die Zukunft geschmiedet. Insgesamt habe ich mich sehr viel damit beschäftigt, was für ein Leben ich führen will, was für eine Mama/Freundin/Partnerin ich sein will und wie ich arbeiten möchte. Ich habe mir Zeit dafür genommen.

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"wir kennen den weg, wir trauen uns nur noch nicht, ihn zu gehen. oder?
gib’s zu.
wir sind anfänger, lebens-anfänger.
wir zählen nicht die erfolge, sondern die anfänge.
die momente, in denen wir wieder aufstehen. immer wieder.
wie baumringe reihen sich die versuche aneinander, langsam unendlich viele. unzählbar.

die geschichte ist noch nicht vorbei.
der höhepunkt kommt erst noch, bestimmt.
wir sind nicht die einzigen, denen es so geht.

eigentlich ist es ganz einfach.
sei mutig, sei tollkühn und lass dich nicht verunsichern.
es ist laut da draußen und schnell und alle wissen alles besser.

schließ einfach die augen, hör auf das pochen deines herzens, und dann lauf los."

Es muss gar nicht alles gut sein, um gut zu sein.

Dabei ist mir auch wieder aufgefallen, welchen Unterschied es macht, wie man sich fühlt, wie es einem geht und mit welcher Einstellung man durchs Leben geht. In den letzten Wochen war nämlich gar nicht alles gut.

Ich war noch mal richtig, richtig krank. Aber ich habe das Beste daraus gemacht (siehe vier Bücher in kürzester Zeit). Außerdem habe ich das zum Anlass genommen und habe danach eine kleine Immunaufbaukur gemacht und wieder viel mehr auf mich geachtet.

Meine Mama hat sich zudem ihr Handgelenk gebrochen, was mir natürlich wahnsinnig leid tut und was auch dazu geführt hat, dass momentan nur ganz unregelmäßig Oma-Tage stattfinden (und diese dann Oma-Opa-Tage sind). Ich hatte und habe also weniger Arbeitszeit. Das hat wiederum dazu geführt, dass ich mich fokussieren musste und muss. Also: unwichtige Dinge absagen, besser delegieren und mit meinem Mann die Zeit anders aufteilen. Ziemlich gute Nebeneffekte von einer eigentlich doofen Sache.

Und ich war insgesamt auch viel gelassener und optimistischer. Es muss nämlich gar nicht alles gut sein, um gut zu sein. 

Law of Attraction

Und irgendwie ist das ja immer ein bisschen verrückt mit diesem Leben. Sobald man wieder mehr bei sich ist, gute Dinge macht und postiv durchs Leben geht, ergeben sich oft noch mehr gute Sachen. (Ja, das geht auch andersrum. Das weiß ich.)

Viele Dinge, die mir in den letzten Monaten unglaublich verknotet vorkamen und mir ziemlich viel Energie geraubt haben, haben sich plötzlich einfach ausfgelöst. Einfach so. Ich habe spannende Menschen gefunden (und sie mich), online und offline. Menschen, die sich mit tollen Sachen beschäftigen und die mich begeistern.

Es hat sich ein schöner Auftrag für mein Ernährungscoaching ergeben. Ich habe meine Arbeit wieder mehr nach meinen Wünschen und Regeln gestaltet. Und mit all dem kam auch meine Inspiration zurück. Ich habe zum ersten Mal seit Monaten wieder literarisch geschrieben. Einfach so.

Lachen steckt an. Energie auch.

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Das nehme ich mir als Aufgabe für die kommenden Wochen vor:

Genau. So. Weitermachen.

"und am nächsten morgen wachen wir auf. wir überlegen kurz. sind hier, sind da. wir freuen uns auf den tag und machen ab jetzt alles so, als wäre es das erste mal, oder das letzte."